Neuseeland

Mannschaftsinfos

Der krasse Außenseiter: Neuseeland

von: wasistwas.de

Jahrelang stand Neuseeland im Schatten von Nachbar Australien und konnte sich deshalb so gut wie nie für eine WM qualifizieren. Bei der Qualifikation zur WM 2010 trat aber Australien in der Asiengruppe an. Nun war der Weg frei für die Neuseeländer.

Fußball nur Randsportart
 
Fußball in Neuseeland ist eher eine Randsportart. Vor allem Rugby und Cricket erfreuen sich großer Beliebtheit. In Neuseeland gibt es nicht einmal eine Profiliga. Der einzige Proficlub Wellington Pheonix spielt in der australischen Liga. Deshalb dauerte es bis 1970 bis Neuseeland endlich auf der internationalen Bildfläche auftauchte und an Meisterschaften und Qualifikationen teilnahm.
 
Die großen Erfolge der Neuseeländer feierten sie bei Ozeanienmeisterschaften, die sie vier Mal für sich entscheiden konnten, zuletzt 2008. Die bisher einzige WM-Teilnahme gab es für Neuseeland 1982, wo man ohne Punktgewinn in der Vorrunde ausschied. Die Qualifikation für die diesjährige WM wurde möglich, weil Australien von der Ozeanien-Gruppe und die Asien-Gruppe wechselte. In der Relegation besiegte Neuseeland Bahrain mit 1:0.

Ganz in Weiß
 
Die populäre Rugby-Nationalmannschaft Neuseelands wird wegen der schwarzen Trikots „All Blacks“ genannt. Das Gegenstück dazu sind die Fußballer. Ihre weißen Trikots gaben ihnen den Spitznamen „All Whites“. Rekordspieler mit 62 Einsätzen ist Ivan Vicelich. Toptorjäger mit 28 Treffern ist Vaughan Coveny, der in der australischen Liga spielte.
 
Da Neuseeland erst spät internationale Fußball-Luft schnupperte, sind die Begegnungen mit der deutschen Nationalmannschaft an einem Finger abzählbar. Das einzige Aufeinandertreffen gab es 1999 bei Confederations Cup in Mexiko, wo die Deutschen die All Whites mit 2:0 besiegten. Beide Mannschaften scheiterten aber in der Vorrunde des Turniers.

Der Trainer
 
Der Coach der Neuseeländer ist Ricki Herbert. Er trainiert in Personalunion auch die Mannschaft von Wellington Pheonix, die als einziges neuseeländisches Profiteam in der australischen Liga spielt. Als Aktiver war der Abwehrspieler unter anderem auch zwei Jahre in England bei den Wolverhampton Wanderers unter Vertrag.
 
Wenig Erfahrung
 
Der bekannteste Spieler ist Innenverteidiger und Kapitän Ryan Nelson, der in der Premier League bei den Blackburn Rovers spielt. Einige andere Akteure sind ebenfalls in England, aber nur in der zweiten Liga aktiv. Andy Boyens ist bei New York Red Bull in den USA unter Vertrag. Die meisten anderen Spieler kommen aus der australischen Liga oder sind in Neuseeland bei Amateurmannschaften aktiv.

Die Tatsache, dass es in Neuseeland keine Profiliga gibt, schränkt die Qualität des neuseeländischen Fußballs ein. Es fehlt den Spielern an internationaler Erfahrung und Klasse. Allerdings wissen sie, dass sie nichts zu verlieren haben und können bei einer guten Leistung bei der WM auf einen Vertrag in einer europäischen Liga hoffen und werden sich deshalb besonders anstrengen.
 
Außenseiterchancen?
 
In der Gruppe F treffen die All Whites auf Weltmeister Italien, Paraguay und die Slowakei. Natürlich sind die Neuseeländer die krassen Außenseiter. Eine echte Chance auf das Achtelfinale räumt ihnen eigentlich niemand ein. Aber wenn sie unterschätzt werden und so spielen, als hätten sie nichts zu verlieren, gelingt ihnen vielleicht die eine oder andere Überraschung.


03.06.2010 // Text: Jan Wrede

Länderinfos

von: www.hanisauLand.de

Der geographisch isolierte Inselstaat liegt im südlichen Pazifik. Er besteht aus zwei großen und mehr als 700 vorgelagerten kleineren Inseln. Die nächsten Nachbarn sind Australien im Westen und die Inselstaaten Neukaledonien, Tonga und Fidschi im Norden. Im Süden liegt die Antarktis. Die Hauptstadt Neuseelands heißt Wellington und liegt auf der südlichsten Spitze der Nordinsel. Die Landmasse entspricht in etwa der Italiens.

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Die Bevölkerung

Holländer waren die ersten Europäer, die Neuseeland erreichten. Aber längst vor den Europäern hatten Polynesier/innen die Inseln entdeckt und besiedelt. Ihre Nachfahren, die Maoris, bilden noch heute einen Großteil der Inselbevölkerung und viele von ihnen halten an ihren überlieferten Traditionen fest. „Guten Tag!“ oder „Hallo!“ heißt auf Maori: „Kia ora“. Das klingt einfach, aber Maori ist eine komplizierte Sprache. Die Mehrzahl der Insulaner hat europäische Einwanderer als Vorfahren. Da der größte Teil von ihnen aus England kam, spricht man in Neuseeland Englisch.

Die echten „Kiwis“ grüßen sich mit „Kia ora!“

Scherzhaft werden die 4,2 Millionen Neuseeländer/innen manchmal „Kiwis“ genannt. Dies bezieht sich aber nicht auf die grünen Kiwi-Früchte, die es bei uns zu kaufen gibt, denn die stammen ursprünglich aus China. „Kiwis“ werden die Neuseeländer nach einem Laufvogel genannt, der nur dort lebt. Das Tier ist nachtaktiv und wird etwa 30 cm groß. Die wichtigsten Nutztiere des Inselstaates sind die Schafe. Nach Australien und China ist das Land weltweit der drittgrößte Wollproduzent.

Fußball hat an Bedeutung gewonnen

Obwohl Rugby der inoffizielle Nationalsport des Insellandes ist, hat Fußball seit der Gründung eines nationalen professionellen Verbandes 1999 stetig an Bedeutung gewonnen. Das Team, auch bekannt unter dem Namen „All Whites“, konnte sich 1982 und wieder 2010 für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Beim der WM 1982 in Spanien kam Neuseeland aber über die Vorrunde nicht hinaus.